Über den Unsinn der spirituellen Suche

 
Selfness & Mindness - Über den Unsinn der spirituellen Suche!
Taruna N. Reupsch

Wir kennen das alle. Die große Sinnfrage. Warum bin ich hier? Was hat mein Leben für einen Sinn? Kann ich überhaupt Einfluss nehmen, oder ist der Lauf der Dinge vorherbestimmt? Ja ja, wir denken, wir grübeln und zerbrechen uns zuweilen den Kopf. Meistens, wenn es uns schlecht geht, steigt in uns die Frage auf: Gibt es irgendetwas da oben, was uns lenkt, eine höhere Instanz, Gnade, Gott?

Ich möchte dich beruhigen: Es gibt keinen Sinn im Leben und auch keine Erlösung. Das Leben ist einfach, pures Sein. Du kannst also aufhören, zu suchen, alles zu zergliedern und analysieren zu wollen. Die Dinge sind wie sie sind. Oder glaubst du, es liegt ein Sinn darin, dass uns die Vögel morgens mit ihrem wunderbaren Gesang wecken, die Abendsonne purpurrot im Meer versinkt? Nein, absolut nicht. Das Leben ist einfach schön, wenn man mit dem Herzen schaut, wie der kleine Prinz sagt. Das Leben schenkt uns soviel, man muss nur zu sehen wissen. Wenn du verstehst, dass die Dinge sowieso nicht zu ändern sind, nur weil du sie im Kopf anders haben möchtest, und bestimmte Sachen in sie hinein interpretierst, dann kannst du deine Projektionen und Wunschvorstellungen gleich loslassen, und das, was da ist akzeptieren. Und siehe da, Freude wird in dir aufsteigen. Denn im Nicht-Denken und purem Sein erlebst du Stille, Ekstase, Glückseligkeit, Freude und Frieden. Schmerz und Probleme kreiert immer nur der Verstand und das Ego, denn sie gehören in die Welt der Dualität und Trennung, und somit in die Welt von Vergangenheit und Zukunft. Im Hier und Jetzt hat der Kopf keine Überlebenschance. Der Kopf denkt über Ereignisse in der Zukunft nach und bedient sich dabei der Erfahrungen aus der Vergangenheit. So entstehen Wertungen, Vergleiche und Projektionen, die nichts anderes bewirken als Schmerz und Leid in die Welt zu bringen. Die Schönheit des Augenblicks ist dir mal wieder entgangen. Es ist so wichtig, dass du wieder lernst, mit dem Herzen zu schauen, dass du dich wieder im stillen Beobachten übst. Der Kopf plappert ununterbrochen, auf dass du ihm ja nicht die Aufmerksamkeit entziehst. Mit ihm wirst du jedoch nicht von der Schönheit kosten. Er will Macht, er will kontrollieren. Und das macht er mit all dem Wissen, welches er sich über die Jahre hinweg angeeignet hat. Aber schön, dass es den Spruch gibt: "Wissen ist Macht, wir wissen nichts, macht nichts." ..... Und gerade das ist manchmal ein wahrer Segen.

Das allerwichtigste in unserer heutigen schnelllebigen Zeit ist deswegen das Beobachten unserer Gedanken und das damit einhergehende Leer-Werden des Geistes. Wir werden immer mehr damit konfrontiert werden, dass wir Angst haben, nicht mehr mitzukommen, nicht mehr mitzuhalten. Wir werden den Zwängen erlegen sein, immer mehr Kontrolle ausüben zu wollen, weil wir glauben, dann sicher zu sein und den Überblick zu behalten. Aber so wird das nicht funktionieren. Tatsache ist, dass diese Angst unserem Verstand entspringt, weil es in Zukunft tatsächlich seine Kapazität übersteigen wird, die Dinge sortieren und einordnen zu können. Dein kleiner Denk-Apparat wird dieser Aufgabe leider nicht mehr gewachsen sein, und das muss er auch gar nicht. Denn diese Aufgabe wird in Zukunft deine ganzheitliche Wahrnehmung übernehmen, die um so sensibilisierter sein wird, desto mehr du dich deinen Sinnen zuwendest. Du solltest täglich deinen Geist reinigen, den Kopf zum Schweigen bringen, um zu deinem Zentrum in deinem Inneren vorzudringen, deine Mitte zu stärken, denn nur hier, in dir, findest du die Stabilität, die Zuversicht und den Kontakt zur Realität. Ungetrübten Blickes, hast du glasklaren Zugang zu deiner Wahrnehmung, zu deinen Gefühlen und zu deiner Intuition. Das wird dich tragen und dich sicher durch die Dichte der Informationen führen. Du brauchst mehr als deinen Kopf. Der Kopf ist immer die kleinste Instanz. Wenn du anfängst, deine Gedanken zu beobachten, wirst du all deine Stimmen und Glaubens-Sätze in der Zwiesprache mit dir selbst erfahren. Und wieviele Glaubenssätze vermiesen deine Sicht? Zweifel, Unglaube, Sätze deiner Mutter, deines Vaters, deiner Lehrer, die irgendwie immer zu wissen schienen, wie du bist, und dementsprechend sieht dein Leben aus. DEIN Leben? .... Also, dein Verstand hilft dir nicht weiter. Du musst ins Herz fallen und von dort aus in den Bauch, in das unberührte Zentrum des Orkans. Dies geschieht durch das Loslassen und durch das Annehmen der Realität. Du wirst still, und wenn der Kopf nicht quasselt, weil du ganz im gegenwärtigen Moment aufgehst, und so beeindruckt von dem wunderschönen Sonnenuntergang bist, erlebst du den Zauber des unidentifizierten Berührtseins ... plötzlich ist da Schönheit, Frieden, Glück, der Kontakt mit der Existenz, mit dem Sein.......du kennst das: Sprachlose Ergriffenheit. In diesem Moment erfährst du etwas von der göttlichen Schöpferkraft. Sie ist beeindruckend.
Doch auch das Öffnen für das Göttliche ist nicht der Sinn des Lebens......

Das allerwichtigste in unserem Leben ist das Loslassen und die Hingabe. Dies üben wir im Meditieren: das Beobachten der eigenen Gedanken, das Leer-Werden und somit verfeinerte Wahrnehmen, dessen was ist. Erst, wenn du dich fallen lässt, merkst du, dass du getragen wirst. Du betreibst Körperhygiene, aber um deine schädlichen und negativen Gedanken kümmerst du dich nicht. Das ist doch irgendwie seltsam. Je mehr du in Kontakt mit dem Göttlichen in dir kommst, desto mehr Lebensfreude und Liebe wird in dir auftauchen, denn du erkennst, dass dein Leiden und deine Probleme keine Realität haben, denn sie befinden sich nur in deinem Kopf nach deinem subjektiven Glauben gemäß deiner Glaubenssätze und Erfahrungen. Nun aber öffnet sich dein Herz, und es will all das Schöne, was es erfährt und in sich entdeckt, teilen. Es muss teilen, denn sonst würde es platzen. Aber wie lebst du diese Liebe? Indem du selbst das Göttliche in dir nutzt, um zum Schöpfer deines eigenen Lebens zu werden.
Du erschaffst dein eigenes Leben. So gibst du ihm selbst einen Sinn.
Du bist der Schöpfer. Da oben gibt es niemanden, dem du die Verantwortung abgeben kannst. Fatalistischer Glaube an Erlösung hat noch niemandem geholfen und sollte spätestens im Mittelalter ausgedient haben. Im Schöpfen und Gestalten erfährst du Freude und Heilsein, und um nichts anderes geht es. Und wenn du nun weißt, dass sich deine Realität nach deinen Glaubenssätzen formt, und du deine vermeintliche Unfähigkeit somit immer wieder selbst bestätigst, kann dein Kopf nun deinem Herzen kreativ und schöpferisch dienen. Nämlich, indem du nun um deine Schönheit weißt, und du selbst erfährst und siehst, dass du - genauso wie jeder von uns - etwas ganz besonderes und wertvolles bist. Daran brauchst du nicht zu glauben. Durch das regelmäßige Nach-Innen-Gehen im Meditieren weißt du, dass du schön, wertvoll, einzigartig, liebevoll, sexy, etc. bist. Denn diesem Schatz wirst du begegnen. Er liegt nirgendwo da draußen, er ist ganz nah bei dir, in deiner Seele, in dir drin. Glaube ist für mich absolute Zeitverschwendung. Es geht darum, in das Leben hineinzugehen und Erfahrungen am eigenen Leib zu machen Dann wirst du wissen. Und dieses Wissen ist kein Wissen, welches du dir aus alten Büchern geliehen hast, nein, dieses Wissen ist immens lebendig, es beseelt deinen Körper, deine Bewegungen, deine Sprache, und letztendlich dein Leben. Es ist dein tiefes unumstößliches Wissen, deine Weisheit, deine Wahrheit und deine Wahrhaftigkeit. Dieses Wissen gibt dir Kraft. Und diese Kraft ist weitaus größer als die Macht durch das Studium irgendwelcher trockener Schriften.

Wenn du nun um diesen kostbaren Schatz in dir weißt, dann weißt du auch, dass der Sinn in deinem Leben - allein dadurch dass du geboren wurdest - nur darin bestehen kann, deiner eigenen Kostbarkeit zu dienen, um sie in das Leben einzubringen, und es so zu bereichern, als dass sich die Freude in dieser Welt vermehrt. Die Welt funkelt und erstrahlt vor lauter Diamanten, die sich wie Phönix aus der Asche erheben. Hierin liegt der Sinn des Lebens, dass du dich gemäß des Einklangs mit dem Göttlichen mehr und mehr selbst schleifst, um zu erstrahlen und die Welt zu erleuchten. Die Erde wird vor lauter Freude, Glückseligkeit, Licht und Ekstase nur so vibrieren. Wir alle haben unseren Platz. Und in der Unterschiedlichkeit und Einzigartigkeit eines jeden von uns spiegelt sich die wahnsinnige Vielfalt des göttlichen und universalen Lichts der Erkenntnis. Und da auch du Teil davon bist, bist du dieses Licht selbst.

Also, es gibt keinen Sinn im Leben, es sei denn, du gibst ihm einen, und das tust du, indem du das Licht in dir erkennst und dieses Licht und diese Liebe schöpferisch nutzt. Die Verantwortung liegt bei dir und nicht bei Gott. Du selbst bist das Göttliche, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Also, lass uns unser Leben in die Hand nehmen, lass es uns formen. Das Leben ist schön, lass es uns feiern, damit dieser Planet in farbenfrohem Licht erstrahlt.
Licht, Lust, unendliche Schönheit & Leidenschaft
wünscht Euch Taruna N. Reupsch